Christine Wunnicke mit Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet
Die Schriftstellerin Christine Wunnicke ist mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Wunnicke erhielt den seit 75 Jahren bestehenden Preis am Samstag im Staatstheater Darmstadt. Die 60-Jährige beschreibt in ihren vielfach ausgezeichneten Romanen außergewöhnliche, historisch verbürgte Figuren und Wissenswelten, die in der ferneren Vergangenheit angesiedelt sind.
Der von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehene Georg-Büchner-Preis zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen für Literatur in Deutschland, er ist mit 50.000 Euro dotiert. Wunnicke wurde nach Angaben der Jury "für ihr stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk, das an so unterschiedlichen Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris angesiedelt ist" ausgezeichnet.
Die Jury würdigte in der Begründung für die Wahl Wunnickes deren "brillante Kunst". In ihren Werken mache sie "im vermeintlich Historischen das Fiktionale sichtbar und ermöglicht so einen entlarvenden Blick auf die europäische Wissenschafts- und Kolonialgeschichte, ohne dabei die Empathie für ihre Figuren zu verleugnen". Ihre von subtilem Sprachwitz getragenen Romane vereinten wie nur selten "das Unterhaltende und die anspruchsvolle Reflexion auf so großartige wie diskrete Weise", begründete die Jury ihre Entscheidung weiter.
Wunnicke schrieb unter anderem "Jetlag" (2000), "Der Fuchs und Dr. Shimamura" sowie zuletzt "Wachs" (2025). Sie erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis und den Literaturpreis der Landeshauptstadt München.
Finanziert wird der Georg-Büchner-Preis von der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung und der Stadt Darmstadt. Im vergangenen Jahr ging er an die Schriftstellerin Ursula Krechel.
J.Yaser--CdE